Whey Protein & Sojaprotein Unterschiede

In Protein Chips kommen diese Eiweiße entweder rein oder gemischt zum Einsatz. Whey Protein oder Sojaprotein: Wir erklären euch nun nachfolgend die einzelnen Proteine und zeigen Vorteile und Nachteile auf.

Whey Protein

Die Herstellung von Whey Protein hat Molke aus der Milch, die beim sogenannten Labbruch für die Käseproduktion entsteht, als Ausgangsprodukt. Der englische Begriff Whey steht im deutschen für Molke.

Der große Vorteil von Whey Protein ist, dass es schnell an der benötigten Stelle im Körper zur Verfügung steht. Ein Eiweiß-Shake aus Whey-Protein kann so in 30 Minuten an der gewünschten Stelle schon Aminosäuren zur Verfügung stellen. Besonders gut ist dies für Kraftsportler, da bei einem Mangel an Aminosäuren die Proteinbiosynthese für das Muskelwachstum sonst mehrere Stunden unterbrochen ist.

Bei Whey Protein gibt es 3 verschiedene Herstellungsverfahren. Wir stellen diese von der günstigen Variante bis hin zur teuersten Variante dar. Mit 10 % Immunglobulinen im Proteinanteil kann Wheyprotein das Immunsystem unterstützen.

Whey Konzentrat: günstig und gut

Molke wird hierbei durch Ultrafiltration bei modernem Whey auf 70-89 % Proteinanteil gebracht. Der Prozeß läuft bei niedrigen Temperaturen ab, um das Protein weiterhin bioaktiv zu erhalten. Bei der Ultrafiltration bei niedrigen Temparaturen wird versucht Fette und Lactose zu entfernen. Dennoch liegt nach einer schonenden Trocknung der Anteil an Lactose mit 5 g und Milchfett 3 bis 7 g pro 100 g beim Whey Konzentrat am höchsten.

Whey Isolat: die Mittelklasse

2 Verfahren stehen bei der Produktion von Whey Isolat zur Verfügung: Mikrofiltrierung und Ionenaustausch. Vor allem bei Laktoseintoleranz sind Whey Isolate zu empfehlen. Hier liegt der Anteil an Lactose bei unter einem Prozent.

Mikrofiltration Whey Isolat

Die Mikrofiltrierung, zu englisch Cross Flow Microfiltration oder kurz CFM, findet unter Anwendung von Keramikfiltern bei niedrigen Temperaturen statt, um das Protein bioaktiv zu erhalten. Der Proteinanteil liegt hier bei ungefähr 90 %.

Ionentausch Whey Isolat

Das Ionenaustauschverfahren wird durch die Anlegung einer elektrischen Ladung vorgenommen. Hierbei entsteht ein sehr reines Protein mit wenig Lactose und Fett. Leider werden hier chemische Stoffe eingesetzt, so dass dieses Protein nur bei extremen Ernährungsformen zum Einsatz kommen sollte. Der Proteinanteil liegt hier bei ungefähr 96 %, doch leider ist das Isolat nicht mehr bioaktiv. Desweiteren werden Salze in das Produkt bedingt durch das Verfahren eingebracht und es fehlen einige Proteine.

Whey Hydrolysat: für Hardcore Sportler und Profis mit großen Geldbeutel

Whey Konzentrat oder Whey Isolat wird hier durch eine enzymatische Aufspaltung schneller verfügbar gemacht. Dabei wird auf die Bioaktivität des Proteins viel Wert gelegt. Kleinere Proteinfragmente, so genannte Peptidketten, kann der Körper noch schneller zum Einsatzort bringen und man kann sich das in etwa wie bei einem Turbo vorstellen. Der Geschmack von reinem Whey Hydrolysat ist bitterer als beim Konzentrat oder Isolat. Der Protein- und Fettanteil variiert je nach dem Ausgangsprodukt Whey Konzentrat oder Whey Isolat.

Sojaprotein

Als veganes Produkt kann Sojaprotein zum Einsatz kommen. Hier gibt es Sojakonzentrat und Sojaisolat, wobei in der Sporternährung praktisch nur das Sojaisolat zur Anwendung kommt, da es keine Phytoöstrogene mehr enthält, wobei in verschiedenen Studien kein Einfluß beim Menschen nachgewiesen konnte. Für laktoseintolerante Menschen ist Sojaprotein eine gute Alternative.

Sojakonzentrat

In der Sporternährung kommt Sojakonzentrat eigentlich nicht zum Einsatz. Es hat zwar einen Proteinanteil von 70 bis 80 %, doch aber auch einen relativ hohen Kohlenhydrat – und Fettanteil. Sojakonzentrate finden daher meist zum Kochen und Backen Verwendung. In Sojakonzentrat kommen Phyoöstrogene und Trypsininhibitoren vor. Trypsininhibitoren vermindern die Eiweißaufnahme, durch kochen wird der Trypsininhibitor deaktiviert.

In der Vorbereitung für das Sojakonzentrat werden die Bohnen geschält und das Sojamehl entfettet. Das Konzentrat wird herstellt durch das Entfernen der löslichen Nichtprotein-Komponenten, wie Kohlenhydrate und einige stickstoffhaltige Inhaltsstoffe und Mineralien.

Bei der Produktion von Sojakonzentrat gibt es 3 Verfahren: Waschprozeß mit alkoholischer Lösung, Waschprozeß mit saurer Lösung, Waschprozeß mit Wasser und Hitzedenaturierung.

Waschprozeß mit alkoholischer Lösung

Als Ausgangsmaterial dienen hier entfettete Sojaflocken. Um die schon beschriebenen Nichtprotein-Komponenten los zu werden, hier vor allem Kohlenhydrate, kommt hier Methanol, Ethanol oder Isoproyl Alkohol zum Einsatz. Der Alkohol wird am Ende des Verfahrens zurückgewonnen. Die Sojaflocken werden am Ende mit heisser Luft getrocknet und gemahlen.

Waschprozeß mit saurer Lösung

In Wasser ist Sojaprotein bei einem ph-Wert von 4,2 unlöslich, doch die Kohlenhydrate können hier ohne weitere Lösungsmittel in Lösung gebracht werden. Bei diesem Verfahren ist es schwieriger das Wasser später wieder zu entfernen. Das meiste Wasser wird mit drehenden Vakuumfiltern oder Zentrifugen entfernt. Die übrig bleibenden festen Stoffe, werden trocken gemahlen und sprühgetrocknet.

Waschprozeß mit Wasser und Hitzedenaturierung

Das Sojaprotein wird hier durch Hitzedenaturierung wasserunlöslich gemacht. Anschließend kommt heißes Wasser zum Einsatz, um die Kohlenhydrate zu entfernen. Das Wasser wird wie bei dem Waschprozeß mit saurer Lösung mit drehenden Vakuumfiltern oder Zentrifugen entfernt. Die übrig bleibenden festen Stoffe, werden trocken gemahlen und sprühgetrocknet.

Sojaisolat

Ein Sojaisolat hat mindestens 85 % Proteinanteil und den Vorteile keine Phyoöstrogene und Trypsininhibitoren – hindern die Verdauung und Aufnahme von Eiweiß – aufzuweisen. Nach Studien gibt es keinen direkten Nachweis, ob Phytoöstrogene beim Mann Effekte zeigen sollen.

Destilliertes Wasser wird mit Sojamehl gemischt. Die Temperatur der Mischung wird während des Prozesses bei 55 Grad Celsius gehalten. Der pH-Wert wird mit Natriumhydroxid (NaOH) bei 8,5 bis 9,5 eingestellt. Nach einer Stunde wird die Mischung in eine Zentrifuge gepumpt, um feste Stoffe von gelösten Stoffen zu trennen. Die Lösung kommt anschließend in einen Behälter, während die festen Stoffe einem weiteren Lösungsprozeß unterworfen werden, was nach dem gleichen Verfahren, wie beim ersten Mal vorgenommen wird. Per Zentrifugierung wird dann wieder festes von gelöstem getrennt und auch in den Behälter hinzugefügt.

In den Behälter kommt nun Chlorwasserstoff (HCl). Die Lösung wird damit auf einen ph von 4,5 sauer eingestellt. Das Protein wird nun denaturiert und ausgefällt. Das Protein und die festen Bestandteile werden anschließend getrennt, ph-neutral gemacht und sprühgetrocknet.